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SOA beim SPIEGEL

2005 hat der Spiegel eine Kooperation mit dem Axel Springer Verlag begonnen, um mit technologischer Unterstützung der evodion ein gemeinsames Online-Archiv auf Basis des viel zitierten und sehr bekannten Spiegel Archivs zu etablieren.

Schon während der Arbeiten für diese Kooperation (Anpassung/Erweiterung des SPIEGEL Archivs Digas) begann der Umbau des Archivsystems Digas zu einer Service-orientierten Anwendung. Hierfür gab es vielfältige Gründe:
  • Digas war eine hochkomplexe monolithische Anwendung, bei der Änderungen an einer Stelle oft weitere Änderungen an anderer Stellen nach sich zogen. Besonders betraf dies Änderungen an der Clientschicht.
  • Es gab die Anforderung, sowohl bestehende als auch neu zu entwickelnde Anwendungen um Recherchefunktionalität zu erweitern. Ohne SOA hätte dies zu redundanten, parallel zu pflegenden Recherchekomponenten geführt (Beispiele sind das Axel Springer - eLektorat, das Redaktionssystem oder die SPIEGEL BOS Bildverwaltung).
  • Die Anbindung der Recherchefunktionen an andere Anwendungen soll „lose gekoppelt“ erfolgen, damit keine gegenseitige Beeinflussung der unterschiedlichen Anwendungen in den Verlagshäusern untereinander, aber auch mit Digas besteht.
  • Die Weiterentwicklung von Digas soll unabhängig von anderen Anwendungen möglich sein.
  • Das Archivsystem Digas hat einen erheblich längeren Lebenszyklus als die darauf aufbauenden Clientanwendungen.
  • Im Rahmen der Kooperation mit dem Axel Springer Verlag wurde vereinbart, dass Änderungen an Digas gemeinschaftlich beschlossen werden müssen. Um bei der Entwicklung neuer Rechercheanwendungen oder anderen Clients (zum Beispiel Digas-Redaktionsclient) gegenseitig unabhängig von Partnern zu sein, bot sich eine Service-orientierte Anwendung förmlich an.


Auch andere Anwendungen beim SPIEGEL wurden bzw. werden inzwischen auf Service Orientierte Architekturen umgestellt:
  • BackOffice:
    • So wird die Nutzung dieses Services von externen Partnern möglich (z.B. Libri-Shop).
    • Auch eigene Anwendungen werden so vereinfacht (z.B. e-Paper)


  • Spiegel-Online:
    • Bisher waren die Auslieferung der Daten sowie das Layout und die Präsentation sehr stark miteinander vernetzt, so dass Änderungen am Layout der Site sehr aufwendig waren. Durch die Einführung einer Service Orientierten Architektur können die Komponenten getrennt werden und unabhängig voneinander weiter entwickelt werden.
    • Auch andere Ausgabegeräte wie z.B. mobile Endgeräte können jetzt einfacher integriert werden.


Der SPIEGEL hat sich mit Einführung einer SOA Freiraum und Unabhängigkeit für die Zukunft seiner Software geschaffen. Die Nutzungsdauer einzelner Services ist nicht mehr an den Fortschritt einzelner Dienste gebunden. Neue Services können eingefügt, nicht mehr benötigte Komponenten können entfernt und nicht mehr aktuelle Services können angepasst werden, ohne dass das ganze System aus dem Betrieb genommen werden muss. Die Flexibilität wurde erhöht und die Freiräume der Kooperationspartner SPIEGEL und Axel Springer Verlag werden nicht eingeschränkt.
Heiner Ulrich,
stellvert. Leiter EDV:


"Nach unserer langjährigen Zusammenarbeit schätze ich bei der evodion das tiefe Verständnis der Geschäftsprozesse und die sichere, technische Umsetzung."
 



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